Vietnam: Karstgestein, Pho Soup und bunte Lampions 

“Good morning vietnam! Heute ist es heiss und schwül“…diese Wetterberichterstattung vom US-Radiomoderator gespielt von Robbie Williams im Film „Good morning Vietnam“ traf zumindest auf die Hälfte unserer Vietnamreise zu. Die andere Hälfte war kalt (bis ca. 7 Grad), nebelig und gelegentlich sehr nass. Eben ein Land mit mehreren Gesichtern. Nach Kalifornien im November duften wir im Dezember während 3.5 Wochen Land und Leute kennen lernen. Vietnam hat uns begeistert! Hier sind unsere Vietnam Highlights in Kürze zusammengefasst

Die Vietnamesen: Macher-Typen

Den Eindruck, den wir von den Landsleuten hatten, ist wie folgt zu beschreiben: Ein tüchtiges Volk, das Schmied seines eigenes Glückes ist. Vor 35 Jahren gehörte Vietnam in seiner Nachkriegszeit noch zu den ärmsten Ländern Südostasiens. Derzeit befindet sich das Land auf einem enormen wirtschaftlichen Wachstumspfad mit konstantem Zuwachs zwischen 5-7% über die letzten 10 Jahre gemäss statista.com. Das zeugt von Ehrgeiz und Tatendrang. Ausserdem haben wir die Vietnamesen als neugierig, hilfsbereit uns sehr bemüht kennen gelernt. Die verbale Verständigung war oftmals nicht möglich aufgrund von wenig Englischkenntnissen. Mit etwas Pantomime und Effort beider Seiten sind wir aber immer ans Ziel gelangt. Dem Stereotyp, welches besagt, dass Vietnamesen gerne mit einem überteuerten Preis in die Verhandlung starten, können wir beipflichten. Dem Hören-Sagen, dass Bestechungsversuche unternommen werden ebenso. Beides ist aber von Freundlichkeit und einem Lächeln begleitet, was der Situation eine allfällige Bosheit abnimmt.

Motorrad-Tour in eine andere (Berg-) Welt

Ein Glück sind wir durch Zufall beim Schlendern durch Hanoi’s Strassen auf den sogenannten Northern Extreme Loop aufmerksam geworden: Eine rund 330km lange Route, die durch den Nordosten Vietnams bis hin zur Chinesischen Grenze führt. Die Strecke wird normalerweise in 2-5 Tagen zurückgelegt. Was gibt es da zu sehen? Die Szenerie besteht aus Reisfeldern und Teeplantagen, Blumenfeldern, und kleinen Bergdörfern, deren Bewohnern gekleidet in traditioneller, farbiger Kleidung. Die Strassen, kurviger könnten sie nicht sein, schlängeln sich seitlich entlang der Pässe, führen zu hohen Plateaus, die aus dem Tal nicht ersichtlich sind und verschwinden hinter dem nächsten imposanten Karstgestein. Die Landschaft ist einzigartig und kann sich bereits nach der nächsten Kurve komplett verändern. Meine Höhenangst musste ich zwischendurch im Tal zurück lassen. Zu unserem Vorteil haben wir die Route jedoch im Uhrzeigersinn gemacht, was bedeutet, dass wir bei den steilsten Stellen (gefühlter Wert!) auf dem Ma Pi Leng Pass auf der Innenseite fahren konnten.

Unsere Route Ha Giang Northern Extreme Loop

  • Tag 1: Ha Giang- Tam Son-Yen Minh-Dong Van Kilometer: ca. 145 km. Fahrtzeit: ca. 8 Stunden
  • Tag 2: Dong Van- Ma Pi Leng – Meo Vac – Du Gia. Kilometer: ca. 75 km. Fahrtzeit: ca. 5 Stunden
  • Tag 3: Du Gia- Ha Giang. Kilometer: ca. 111 km. Fahrtzeit: ca. 7 Stunden

Ja, es wird schnell offensichtlich, dass wir im Schnitt eine Fahrgeschwindigkeit von ca. 20- 25 km/h auf den Tacher brachten 🙂 Unser zuverlässiges Motorrad inklusive Karte und Tipps zu Übernachtungsmöglichkeiten haben wir bei QT in Ha Giang erhalten.

Kräuter im Mund: Die vietnamesische Küche

Das vietnamesische Essen hat uns keinen Moment enttäuscht: Die Gerichte punkteten mit aromatischen Kräutern, sehr schmackhaftem Reis, Sprossen, Gewürzen und Soja-sowie Fischsauce. Zum Frühstück gab es vor allem für Damian meist die traditionelle Frühstückssuppe, die sogenannten Pho Soup. Im Norden wird diese pfiffige Rinderbrühe mit Fleisch, Reisbandnudeln und frischen Kräutern wie Koriander und Basilikum serviert. Im Süden wird dem Fonds die süssliche Fischsauce beigegeben. Auf was wir fast immer Lust hatten; die vietnamesischen Sommerrollen mit frischem, kleingeschnittenen Gemüse und Dip. Ich persönlich habe meine Freude an Zitronengrass entdeckt. Zitronengrass an Tofu, im Reis, Curry oder an der Pho Soup – ganz egal, dieser Exot passte für mich zu jedem Gericht. Ebenfalls hoch auf unserer Gaumenschmaus-Liste: Hue Pancake, der allzeit Klassiker fried rice, Tofu, Wasserspinat, Hotpot mit Seafood und zum Dessert Guave mit Salz und Chili.

Hanoi und Hoi An: Vielleicht die buntesten Städte Südostasiens

Hauptstädte in Südostasien tendieren dazu laut, dreckig und für Schweizer Verhältnisse riesig zu sein. Die grössere Umgebung von Hanoi mag diesem Ruf gerecht werden. Das Hanoi Old Quarter präsentierte sich uns jedoch erstaunlich farbenfroh und charmant. Besonders angetan haben es uns die Strassenrand-Essensstände; bunte Miniaturtische und- Stühle säumten die Gehwege und bildeten open-air restaurants. Die Aussicht war aufregend denn der Verkehr in Hanoi ist eine Faszination für sich: Fussgängerstreifen scheinen nur ein dekoratives Überbleibsel der französischen Kolonialherrschaft zu sein. Wartende Fussgänger finden hier kein Glück. Wer auf die andere Seite gelangen will, muss langsam aber gleichmässig über die Strasse gehen und darauf vertrauen, dass der Verkehr einen Weg um einem herum findet. In unserem Hotel gab es sogar eine Anleitung zum Überqueren der Strassen Hanoi’s.

Diese leuchtenden Strassen von Hanoi fanden wir auch in der Weltkulturerbe Stadt Hoi An wieder: Hier waren es jedoch die Lampions, die dem Asphalt den Farbtupfer brachte. Nach der Dämmerung verwandelte sich die gesamte Innenstadt in einen romantisch beleuchteten Ort. Mit seinen Kanälen, der gut erhaltenen Altstadt und dem Architekturmix bestehend aus der französischen Kolonialzeit und den traditionellen, schmalen vietnamesischen Stadthäusern, ist Hoi An ein Magnet für Touristen. Hier tummelten sich westliche und asiatische Besucher auf der Suche nach Souvenirs und ästhetischer Kulisse für Ferienbildern. Berühmt für qualitativ hochwertige Schneidereien, kam Damian bei Yaly Couture in den Genuss von neuen Hemden. Für mich gab es einen Jumpsuit aus Leine, der ich aber leider bereits wenige Tage danach in etwas zu heissem Wasser gewaschen habe 🙁

Vung Tau: Wellenreiten und Meeresfrüchte

Der Weihnachtsmann brachte uns dieses Jahr Swell. In Vung Tau verbrachten wir die Weihnachtsfeiertage mit surfen, entspannen und nochmals surfen. Vung Tau ist der nächstmögliche Badeort und Surfspot für die Städter Ho Chi Minhs. Der Surfspot, back beach, ist ein Beach-break und gilt als konstant. Die Wasserqualität war allerdings nicht sehr berauschend; es war trüb und dreckig. Wer hier den Meeresgrund sehen möchte, sucht vergeblich. Die Wellen waren in etwa 3-4 Fuss hoch und langsam brechend, ideal für uns „Advanced beginner“ 🙂 Für zwei Sessions hat der Spot gut gepasst, für eine längeren Surftrip würden wir Vung Tau aber nicht wählen. Auch von den Wellen abgesehen hat Vung Tau einiges zu bieten: Am Front Beach baden Locals zum Sonnenuntergang, die frischen Meeresfrüchte locken Hungrige in die schicken Restaurants mit Meeresblick (Seafood Hotpot bei Ganh Hao hmmmm) und die Christus Statue auf dem Berg lässt Vung Tau zu einem kleinen Rio de Janeiro werden. Ein wirklich schönes Gateaway von Ho Chi Minh City.

Unsere Route: Hanoi, Ha Giang, Dong Van, Du Gia, Ha Giang, Cat Ba, Hoi An, Ho Chi Minh City, Can Tho, Mui Ne

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